Historischer Rundgang: Gemeinde Neckarsteinach

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Historischer Stadtrundgang

Ein beeindruckendes Bild bietet sich Ihnen beim Besuch der "Vierburgenstadt" Neckarsteinach. In einem der schönsten Teile des Neckartals im Kranz von 4 Burgen und der Bergfeste Dilsberg gelegen, erwartet Sie eine 5 Kilometer lange befestigte Uferpromenade ohne Autoverkehr, der Nibelungengarten und Ruheanlagen. Die Burgen können Sie  zu Fuß über beschilderte Wanderwege "erobern". Einmal im Jahr können Sie etwas Besonderes erleben: die Vierburgenbeleuchtung mit Feuerwerk.

Entdecken sie Neckarsteinach bei einem Spaziergang! Diese Seite gibt Ihnen ausführliche Informationen über die einzelnen Stationen, die sich auf der Karte (PDF-Datei)sortiert wiederfinden.

Sehenswürdigkeiten Neckarsteinachs

1. Rathaus
1835 - 1837 im klassizistischen Stil erbaut. Das vorherige Rathaus, ein Renaissancebau von 1751, ist 1833 beim Ausräuchern eines Wespennestes abgebrannt. Daher sind die Neckarsteinacher als die „Weffzen“ bekannt. Das erste Rathaus wurde 1381 im gotischen Stil erbaut. Das nächste Rathaus wurde 1591 in der Gerbergasse erbaut.

2. „Schönauer Hof“ in der Kirchenstraße
Es handelt sich um einen ehemaligen Hof, wahrscheinlich eine Niederlassung des Klosters Schönau (etwa 16. Jh.). Diese einstige Hofanlage bestand aus drei Wohngebäuden und einer Scheune. Die Anlage wurde von 1981 - 1984 saniert, renoviert, erneuert und zu 13 altengerechten Wohnungen umgestaltet.

3. Kirchenbrunnen
Er ist aus dem Jahr 1790. Er wurde aus graugrünem Sandstein gehauen. Er enthält eine achtseitige Biet mit pyramidenförmigen, von gedrungenem Balluster gekröntem Stock. Vier von geschweift geschmiedeten Armen und Konsolen liefern das Wasser.

4. Evangelische Kirche
1481 - 1483 erbaut im spätgotischen Stil. Von 1662 - 1908 Simultankirche für lutherische, katholische und reformierte Gottesdienste. Im Schiff befinden sich Grabmäler und Epitaphien der Landschaden. Die Kirche gilt als museales Kleinod der Stadt.

5. Katholische Kirche
1907 - 1908 erbaut im neubarocken Stil. In der Kirche ist eine reiche Ausstattung, z. B. Hochaltar, marmoriertes Holz, um 1750, Josefs- und Muttergottesaltar, 1711, dreiteiliger Beichtstuhl, 1710 - 20, Orgel, 1974, hat 16 Register und 1240 Pfeifen. Im Turm (1961 erbaut) sind vier Glocken.

6.+10. Stadttore und Reste der Stadtmauer
Neckarsteinach hatte bis 1800 drei Stadttore: das „Schönauer Tor“ in der Kirchenstraße, dessen Ostseite an dem Haus Nr. 19 noch erhalten ist; das „Neckargemünder Tor“ stand in der Hauptstraße in der Nähe des Restaurant „Zum Schiff“; das „Hirschhorner Tor“ stand in der Hirschgasse. Die Tore entstanden mit dem Bau der Stadtmauer 1360 - 70. Spärliche Reste der Stadtmauer am Stadtgarten, an der Ostwand der Rindenscheuer an der Steinachbrücke, hinter der einstigen Jugendherberge sowie die Flügelmauern von der Vorderburg talwärts erinnern an die Stadtbefestigung.

7. Rindenscheuer an der Steinachbrücke
Giebelhaus mit Fachwerk, 18. Jh., ruht auf der Ostseite in Höhe des alten Wehrganges auf der Stadtmauer. In dieser Scheuer wurden bis um 1900 die Rinden 15 - 20-jähriger Eichen zu Ende getrocknet und in Lohmühlen gemahlen. Die Lohe wurde zum Gerben von Sohlen- und Rindsoberleder verwendet. Das Gerberhandwerk war in Neckarsteinach ein blühendes Gewerbe.

8. Ehemalige Jugendherberge (Gaststätte „Zum Ambtman“)
Patrizierhaus mit Fachwerk von 1587. Bis 1900 war dort die Postverwaltung von Thurn und Taxis untergebracht. Bis 1934 befand sich darin ein Betrieb für künstliche Blumen. Von 1934 bis 1972 befand sich das Gebäude im Eigentum der Stadt und wurde als Jugendherberge genutzt. Seit 1978 ist das Gebäude in Privatbesitz und wurde zur historischen Gaststätte „Zum Ambtman“ eingerichtet.

9. Ehemalige Synagoge in der Hirschgasse
Sandsteinbau, 1888, erinnert an die Juden, 1429 erstmals erwähnt. Die alte Synagoge, um 1800, hatte Baumängel und behinderte den Verkehr.

11. Fachwerkhaus (Traufenhaus) in der Bliggergasse
Wohnhaus, 1542 erbaut, vielleicht einmal Eigentum eines Angehörigen des niederen Adels. Früher war es ein Zweifamilienhaus. Es war ein Rauchhaus mit offenen Feueranlagen in beiden Stockwerken und einem Dach mit Strohdeckung. Das Haus wurde 1971/72 renoviert.

12. Nibelungengarten
Die Nibelungen-Parade im neuen Stadtpark besteht aus sechs auf mannshohen Sandsteinstelen montierten Sandsteinköpfen. Sie sollen die sechs wichtigsten Personen des Nibelungenliedes (Siegfried, Kriemhild, Hagen, König Gunther, Brunhild und Hunnenkönig Etzel) symbolisieren.

15. Schifferbrunnen
Er besteht aus fünf übereinander gesetzten Schiffsschrauben und wurde 1997 vom traditionsreichen Schifferverein gestiftet.

16. „Spitzsche Haus“ in der Kirchenstraße
1755 im spätbarocken Stil erbaut. Es handelt sich um einen Giebelbau im Patrizierstil. Es erinnert an das verzweigte Handwerk der Gerber.

19. Treidlerbrunnen
Der Treidlerbrunnen steht auf dem Treidlerplatz nahe des Neckars. Hier fand bis zur Einführung der Kettenschifffahrt 1878 das Auswechseln der Pferde statt, mit denen kleine Schiffe flussaufwärts gezogen oder „getreidelt“ wurden. Der Brunnen wurde 1994 aufgestellt.

20. Steinachstein
Auf dem Sandstein ist der 24 km lange Verlauf der Steinach von der Quelle in Ober-Absteinach durch das Steinachtal im südlichen Odenwald bis zur Mündung in den Neckar dargestellt.

21. Fährhäuschen
Bis zur Kanalisierung des Neckars 1921 bis 1935, die auch mit dem Bau von Brücken verbunden war, hatten die Fährmänner eine große Bedeutung: Da die zu bewirtschaftenden Wiesen und Felder auf der anderen Neckarseite lagen, mussten sie immer vor Ort sein, weshalb ihnen kleine Fährhäuschen gebaut wurden. Das Fährhäuschen wurde 1904 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz.