Eine neue Rampe wurde beim Sommerfest

des evangelischen Kindergartens eingeweiht

(Bild: Alex)

 

Die Trommel rief... und viele, viele kamen - Kinder, Eltern, Großeltern, Helfer und Ehrengäste, und alle wurden von Pfarrerin Marion Rink herzlich begrüßt zum alljährlichen Sommerfest der evangelischen Kindertagesstätte „Schatzinsel“. “Dieses Fest heute ist etwas Besonderes“, freute sich Pfarrerin Rink. Denn endlich braucht niemand mehr die 22 Stufen überwinden, um zum Eingang des Kindergartens zu gelangen, endlich ist die lang gewünschte Rampe fertig, die Rollstuhlfahrern und Müttern mit Kinderwägen erlaubt, problemlos die „Schatzinsel“ zu erreichen.

„Mit dieser Rampe“, so Pfarrerin Rink weiter, „geht eine neunjährige Bauzeit zu Ende, die Kindern und Erzieherinnen einiges abverlangt hat“. Mit einem Wasserschaden im Jahre 2001 fing es an, und in den folgenden Jahren wurde der Fertigbau in mehreren Bauabschnitten komplett saniert und modernisiert.

Insgesamt hätten diese Baumaßnahmen rund 650 000 Euro gekostet, so Frau Rink, die von verschiedenen Seiten aufgebracht worden waren. Circa 190 000 Euro seien von der Versicherung und aus Bundes- und Landesmitteln gekommen, die verbleibenden 460 000 Euro haben sich die Stadt Neckarsteinach und die evangelische Kirche geteilt. Zum kirchlichen Anteil von 230 000 Euro hat die Neckarsteinacher Kirchengemeinde durch Konzerte, Feste, Kollekten und Spenden selbst circa 80 000 Euro beigetragen, der Rest kam aus Kirchensteuermitteln der evangelischen Landeskirche.

„Es liegt mir ganz besonders am Herzen“, so Rink, „mich für all dies zu bedanken“. Nicht nur die Firmen und Handwerker, auch die unzähligen ehrenamtlichen Helfer und Eltern hätten zu dem Ergebnis beigetragen. Ihr Dank galt auch dem Team der Erzieherinnen und den Eltern, die durch vielseitige Work-Angebote die Kindergartenarbeit bereicherten.

„Das ist ein besonderer Tag auch für die Stadt“, meinte Bürgermeister Eberhard Petri; vor neun Jahren habe man noch in Erwägung gezogen, den Kindergarten abzureißen, dann aber habe die Stadt jedes Jahr einen gewissen Betrag zur Verfügung gestellt. Jetzt sei ein toller Kindergarten entstanden, der modernen Ansprüchen gerecht werde. Mit Hinblick auf den im Umbau befindlichen städtischen Kindergarten in Darsberg rief er aus: „Wir sind stolz auf unsere Kindergärten!“

Bevor das rote Band zur Rampe dann durchschnitten wurde, wies Pfarrerin noch darauf hin, dass der katholische Diakon Dieter Klement früher den Kindern biblische Geschichten erzählt und den Nikolaus gespielt habe. Das sei aber seit einigen Jahren, in denen D. Klement auf den Rollstuhl angewiesen sei, nicht mehr möglich gewesen.

Deshalb durfte der Diakon jetzt als erster die Rampe hochfahren, nachdem der Ruf der Trommeln erschallte. Die Schulanfänger holten die Gäste mit einem gewaltigen Trommel-Gewitter ab, das der senegalische Musiktherapeut Issa Camara mit ihnen einstudiert hatte.

Oben im Kindergartengelände war alles hergerichtet für ein fröhliches Sommerfest. Die Kinder zeigten durch zahlreiche Vorführungen, zum Beispiel einen orientalischen Tüchertanz und einem englisch-deutschen Lied, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben. Die vielen Helfer erhielten Dankeschön-Geschenke, man besichtigte die schönen Kindergartenzimmer, ließ sich vom großen Kuchenbuffet verführen und Groß und Klein genoss den herrlichen Sommernachmittag.

Elisabeth Hinz

[zurück]