Festakt zum 150jährigen Bestehen

des Sängerbundes 1860

Als einer der ältesten kulturtragenden Vereine des hessischen Sängerkreises feiert der Sängerbund 1860 in diesem Jahr sein 150jähriges Bestehen. Neben anderen über das Festjahr verteilten Veranstaltungen fand der offizielle Jubiläums-Festakt am vergangenen Wochenende im großen Saal des Bürgerhauses „Zum Schwanen“ statt. Die zur Zeit herrschende Hitzewelle forderte dabei von allen Mitwirkenden ein großes Durchhaltevermögen, was aber hervorragend gelang. Vor allem die unbekümmerte Art der Vorsitzenden Helga Bräumer sorgte dafür, dass weniger die Etikette als das lockere Miteinander den „heißen“ Abend prägten.

Umrahmt wurde der Festakt von festlichen Klängen des Evangelischen Bläserchors unter der Leitung von Klaus Thieme. Zahlreiche Ehrengäste konnte die Vorsitzende begrüßen, darunter den Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Wilkes, die frisch aus Berlin eingeflogenen Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister und Christine Lambrecht, den Präsidenten des Hessischen Sängerbundes, Claus-Peter Blaschke, sowie den Vorsitzenden des Sängerkreises Neckartal, Jens Beisel. Herzliche Willkommensgrüße galten auch Bürgermeister Eberhard Petri und dem Ehrenvorsitzenden Karl Körber, der 30 Jahre lang den Verein geführt hat.

„Meine Gefühle“, so die Vorsitzende H. Bräumer, „sind heute bei den Menschen, die vor 150 Jahren den Verein gegründet haben und bei denen, die ihn über eine solch lange Zeit hinweg getragen und gestaltet haben. In unserer Erinnerung leben sie weiter“. Mit Hinweis auf die ausliegende Festschrift, in der die Geschichte des Sängerbundes ausführlich beschrieben wird, trug die Vorsitzende ihre Festrede in gereimter Form, in fröhlichen Versen, abwechselnd mit der zweiten Vorsitzenden Michaela Söhner vor: „150 Jahre singen, Dirigenten kamen, gingen, die Sängerschar ist auch nun schon so rund die siebte Generation“.

Unverzichtbar für ein Jubiläum sind die Ehrungen langjähriger aktiver und passiver Mitglieder. Für 60 Jahre aktives Mitsingen wurden Gerhard Dittmar und Karl Steigleder geehrt, für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft, darunter auch etliche Jahre als zweite Vorsitzende wurde Elsbeth Wegehingel ausgezeichnet, und besonders viel Beifall erhielt Helga Bräumer selbst, die seit 40 Jahren im Chor mitsingt, seit sechs Jahren erste Vorsitzende ist und jetzt zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Auch für langjährige passive Mitgliedschaft gab es Auszeichnungen:

60 Jahre sind dabei: Marianne Pfirrmann und Liesel Dittmar, seit 50 Jahren fühlen sich Karl Hach (Ehrernmitglied), Adolf Schneider (Ehrenmitglied), Ursula Kuhn (Ehrenmitglied), Edith Gruber, Sylvia Hammersdorf und Marianne Ebert dem Verein verbunden.

Nach der Pause standen etliche Grußworte und die Überreichung von Anerkennungs-Urkunden aus dem hessischen Ministerium und dem überregionalen Sängerbund auf dem Programm. Bürgermeister Petri betonte das „hohe ehrenamtliche Potential“ des Jubelvereins, der mit seinen musikalischen und gesellschaftlichen Aktivitäten die Stadt immer wieder bereichert habe. Dafür sprach er allen Sängerinnen und Sängern seinen Dank aus. „Wir sind stolz, einen solchen Verein in unseren Mauern zu haben“. Darüber hinaus schaffe das gemeinsame Singen Freude, soziale Kontakte und seelisches Wohlbefinden.

Neben einem Geldgeschenk der Stadt überbrachte er auch die Glückwünsche zahlreicher anderer Neckarsteinacher Vereine, und mit 1000 Euro würdigte auch die Sparkasse Starkenburg die Arbeit des Sängerbundes.

Neben all diesen offiziellen Reden kam aber auch die Musik nicht zu kurz. Unter der straffen und äußerst vitalen Leitung ihres jungen Dirigenten Thomas Brost glänzte der gemischte Chor und der seit zwei Jahren bestehende Frauenchor – begleitet von Daniel Möllemann am Klavier - mit anspruchsvollen Chorstücken wie einem Bach-Choral und dem Gospel „Alleluia“, dem feurigen „Zigeunerleben“, dem jazzigen „Take Five“ und dem fetzigen „Mama Mia“, überzeugende Beispiele seines weit gefächerten musikalischen Könnens.

Dem Festakt im Bürgerhaus folgte am nächsten Tag ein gelungenes Freundschaftssingen mit 11 auswärtigen Gesangvereinen in der Vierburgenhalle, und mit einem großen Konzert am 6. November wird der Sängerbund sein Jubiläumsjahr beschließen.

 

Grußworte

Landrat Matthias Wilkes sagte: „Es ist eine große Leistung, über 150 Jahre und vier Kriege hinweg, einen solchen Verein am Leben zu erhalten. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, besonders auch Karl Körber für sein unglaubliches Engagement, aber auch Helga Bräumer als Hoffnungsträgerin.

Claus-Peter Blaschke , der Prasident des Hessischen Sängerbundes, der 2500 Gesangvereine vertritt, meinte: „Hier in Neckarsteinach passt die Performance, hier ziehen Dirigent, Vorstand und Sänger an einem Strang. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Singen fit und gesund hält.“

Jens Beisel vom Sängerkreis Hessisches Neckartal: „Gemeinsames Singen schafft menschliche Wärme und bringt Erfüllung. Darum singt, singt, singt...“

Elisabeth Hinz

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