Ein Fest der Begegnung
Ökumenisches Kirchenstraßenfest 2010
Der neue katholische indische Pfarrer Joshy hatte keine Schwierigkeiten beim Fassbieranstich, beim ersten Schlag flog zwar der gesamte Zapfhahn weg, aber der zweite Schlag saß genau, das von Palmbräu gestiftete Freibier floss und das 12. Ökumenische Kirchenstraßenfest war eröffnet.
Diakon Dieter Klement begrüßte die evangelische Pfarrerin Marion Rink, Bürgermeister Eberhard Petri und die zu dieser Zeit noch überschaubare Zahl von Besuchern, denen er ein fröhliches Fest und viele gute Begegnungen wünschte. Die Ökumene stand im Mittelpunkt des Festes, und als einen neuen Baustein für die ökumenische Arbeit berichtete Klement von einem neuen, gelbfarbenen „Boni-Bus“, einem vom Bonifatiuswerk gesponserten Bus für acht Personen, den er aus Paderborn abgeholt habe und der nun sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirchengemeinde für notwendige Fahrten zur Verfügung stehe.
Das Jugendorchester der Musikfreunde eröffnete den musikalischen Reigen, und gegen Abend unterhielt die Katholische Kirchenmusik aus Hirschhorn beim gemütlichen Beisammensein bis in die Nacht.
Am Sonntagmorgen gestalteten Pfarrer Joshy, Pfarrerin Marion Rink und Diakon Dieter Klement den gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Herz-Jesu-Kirche. Die musikalische Umrahmung übernahm der Sängerbund, aber auch von den Kirchenbesuchern wurden Lieder gesungen, die beide Konfessionen kennen. Ihre gemeinsame Predigt stellten die drei Geistlichen unter das Motto „Ökumene ist wie ein Labyrinth“, manchmal sei man näher, manchmal aber auch weiter entfernt vom Ziel, manchmal stoße man auch an Grenzen, die unüberwindlich scheinen, manchmal müsse man umdrehen und einen Umweg suchen; eines aber mache das Labyrinth deutlich: es sei wichtig, immer weiter zu gehen, um die gemeinsame Mitte, Christus und das Kreuz, zu finden.
Ein fröhliches Händeschütteln, das schon in der Kirche begonnen hatte, setzte sich auch nach dem Gottesdienst fort. Die meisten Kirchenbesucher blieben zum anschließenden Frühschoppen, zu dem der Evangelische Bläserchor kraftvoll aufspielte, gleich da. Appetitan-regende Düfte verführten dazu, hier auch das Mittagessen einzunehmen; man ließ sich den leckeren Tafelspitz oder Knuspriges vom Grill schmecken, versuchte sein Glück bei der reichhaltigen Tombola und applaudierte der Gruppe Wolkenflug, die das Publikum mit nostalgischen Schlagern aus den 50er und 60er Jahren erfreuten.
Und während Seppl Denner die Kinder im Pfarrhaus mit Kunststückchen verzauberte, überraschte ein schon leicht ergrauter „Knabenchor“ am Kirchenbrunnen die Zuhörer mit altvertrauten Volksliedern, die amüsierten Zuhörer belohnten diese „Weltpremiere“ des ökumenischen Männerkreises mit begeistertem Applaus.
Petrus ließ wärmende Sonnenstrahlen auf das romantische Festgelände zwischen den beiden Kirchen herabstrahlen, die Besucherzahlen hatten sich schon längst um etliche Teilnehmer an der Aktion „Lebendiger Neckar“ vergrößert, und das bekamen auch die freiwilligen Helfer am riesigen Kuchenbuffet zu spüren. Das schöne Ambiente im historischen Kirchhof und die angenehme Kaffeehaus-Musik von Gudrun Habig-Kühn am Klavier führte zu einem Ansturm auf die süßen Köstlichkeiten, bei deren Genuss es sich angeregt plaudern ließ.
Ein gelungenes Miteinander-Fest, dessen Erlös beiden Kirchengemeinden zugute kommt.
Elisabeth Hinz
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