60 Jahre Katholischer Kirchenchor in Neckarsteinach
Am vergangenen Sonntag feierte der katholische Kirchenchor ein dreifaches Jubiläum: sein 60jähriges Bestehen und die 60jährige Dirigentschaft von Alois Feuerstein, der an diesem Tag auch noch 80 Jahre alt wird. Diese drei besonderen Anlässe wurden mit einem Festgottesdienst in der katholischen Herz-Jesu-Kirche gefeiert und gewürdigt (siehe Bericht der Kath. Kirchengemeinde).
Bald aber, voraussichtlich im April – so teilt der Vorstand mit – wird sich der Kirchenchor auflösen, weil der Mangel an Nachwuchs und die Überalterung der 16 noch aktiven Sängerinnen und Sänger keine richtige Chorarbeit mehr zulassen.
Unter dem Motto „Gut gesungen ist doppelt gebetet“ fanden sich vor 60 Jahren auf Initiative von Alois Feuerstein 30 Frauen und Männer zusammen, die es sich zur Aufgabe machten, die Gottesdienste in der katholischen Kirche musikalisch mitzugestalten. Dank des großen Engagement seines Dirigenten, der schon seit 1945 die Orgel in der Kirche spielte, erarbeitete sich der Chor ein umfassendes Chormusikgut, mit dem er im Laufe der Jahre unzählige Kirchenfeiern und andere Feste bereicherte und auch Konzerte mit dem evangelischen Kirchenchor oder dem Bläserchor veranstaltete.
Von Anfang an aber hatte nicht nur die Musik sondern auch die Geselligkeit untereinander einen hohen Stellenwert innerhalb des Chores , und so war es ausgerechnet dieser verhältnismäßig kleine Verein, der ab 1978 als „Ka-Ki-Cho“ über 12 Jahre hinweg die größte Faschingsveranstaltung in der Stadt durchführte. Vor allem die berühmt-berüchtigten Büttenauftritte von Pfarrer Gottfried Nolde sorgten stets für eine ausverkaufte Vierburgenhalle und rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.
Große Verdienste nicht nur bei der Organisation dieser Großveranstaltung erwarb sich auch Josef Andorf, der 32 Jahre lang, von 1960 bis 1992 Vorsitzender des Vereins war, unterstützt von Erhard Wieland, der seit 1960 bis heute das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden innehat. Von 1992 bis 2000 übernahm Pfarrer Gottfried Nolde den Vorsitz, und seit dessen Tod steht Alfred Mayer dem Verein vor.
Den Festgottesdienst am vergangenen Sonntag hat der Kirchenchor zusammen mit dem Schönauer Kirchenchor (der von der Tochter des Dirigenten, Dorothea Feuerstein-Metternich, geleitet wird) und Mitgliedern des Heidelberger Kantatenorchesters gestaltet.
Zwei Geburtstagsständchen am 6. April werden dann die letzten Aktivitäten des Chors sein. Bedauert wird allgemein, dass die Auflösung des Vereins ausgerechnet in das Jahr des 100jährigen Jubiläums der katholischen Kirche fällt, das am 8. und 9. November dieses Jahres in Anwesenheit von Kardinal Karl Lehmann gefeiert werden wird.
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